*Trauer*

Wie soll man ein Erlebnis beschreiben und bewältigen, dass so tief in die Seele eingreift und so viele Schmerzen verursacht? Ich bin den falschen Weg gegangen und habe es verdrängt. All die Jahre haben den Schmerz und die unendliche Trauer noch viel schlimmer gemacht.

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Die Bindung zum heranwachsenden Baby im Bauch ist schon sehr intensiv und das wird mir jede Mutter bestätigen. Man sprich mit dem Baby, streichelt es, gibt dem Baby einen Kosenamen und man strahlt vor Glück. Doch dann eines Tages ganz unverhofft, ist das alles vorbei. Das Kind in meinem Bauch war plötzlich nicht mehr da! Egal was die Umstände dafür auch waren, es traf mich mit voller Wucht und veränderte mein ganzes Leben.

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Ich schloss alle meine Gedanken, Gefühle, Erlebnisse und Erinnerungen in meinem Herzen ein, um nicht eines davon zu verlieren so wie ich mein Baby verloren habe. Das wäre der Moment gewesen, wo ich all meine Trauer über den Verlust hätte raus lassen müssen um es zu verarbeiten. Doch genau diesen Moment habe ich verpasst. 21 Jahre voller Trauer, Angst, Selbstvorwürfe und Schuldgefühle. Habe ich als werdende Mutter versagt? Habe ich etwas falsch gemacht? Hatte mein Baby das Gefühl es wäre nicht willkommen und ich würde es nicht lieben?

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Die körperlichen Wunden sind geheilt, doch meine verletzte Seele wird es nie. Ich war traurig, wütend und völlig am Ende. Es kam die Phase wo mir alles egal war, ich keinen Sinn mehr in meinem Leben sah, ich nur aggressiv gewesen bin und den Rest der Welt verflucht habe. Ich wußte ganz genau, ich muss jetzt ohne mein geliebtes Kind weiterleben.

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Ich schrie förmlich danach mit jemanden zu reden, der mich versteht und mir Trost schenkt. Doch was bekam ich? Sprüche wie: "hat ja auch was positives" oder "vielleicht sollte es so sein" oder "wer weiß für was es gut war". Die Nerven lagen blank und ich wollte von alledem nichts mehr hören. Schon Kleinigkeiten sorgten dafür, dass ich in Tränen ausbrach. Dann kam der Punkt, wo ich dicht gemacht habe. Ich wollte nicht mehr verletzlich sein, ich wollte nicht mehr jeden Tag weinen oder diese Leere fühlen.

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Fazit ist ... egal was ich auch mache, ich werde es niemals vergessen. Es begleitet mich mein Leben lang. Die Erinnerung ist immer present, vorallem an besonderen Feiertagen wie Weihnachten oder der Tag an dem mein Kind zu den Sternen ging. Ich kann nur jeder Frau raten, die genau das Gleiche durchgemacht hat oder gerade durchmacht, lass deine Trauer zu. Zeig deinen Mitmenschen, dass du dein geliebtes Kind verloren hast und der Schmerz für dich fast unerträglich ist. Sprich mit einem Menschen der dir bei der Trauerbewältigung hilft.

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Ich habe jetzt nach 21 Jahren mit der Trauerarbeit begonnen und kann nur sagen, besser spät ... als nie. Vergessen werdet ihr niemals was euch passiert ist und das sollt ihr auch nicht. Ich habe leider keine Möglichkeit gehabt mein Baby zu bestatten, stattdessen habe ich diese Seite erstellt. Sie ist für mich der Ort geworden, an dem ich meine Trauer zulassen kann; ein Ort an dem ich mit meinem Kind zusammen sein kann.

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